Pfiffige Lösung bringt allen Seiten Vorteile 

 

 

Eine vorbildliche Kooperation zwischen der Stadt Schwarzenbach an der Saale und ihren Feuerwehren löst ein Problem,
das auf die Änderung der Fahrerlaubnis-Verordnung Ende der 1990er Jahre zurückgeht.
Feuerwehren landauf landab bekommen die Auswirkungen dieser Änderung nun zu spüren.

Worum geht es? Mit der bis dahin fürs Fahren von Personenkraftwagen erteilten Fahrerlaubnis der Klasse drei war es
möglich, Fahrzeuge mit einem zulässigen Gesamtgewicht bis zu 7,5 Tonnen zu fahren. Personen, die den Pkw-Führerschein
nach dem 1. Januar 1999 erworben haben, dürfen allerdings nur Fahrzeuge bis zu einem zulässigen Gesamtgewicht von
3,5 Tonnen führen. Dies hat nun zur Folge, dass die neue Generation der Feuerwehrdienstleistenden regelmäßig also
nur noch diesen Führerschein besitzt, sodass sie selbst kleine, leichte Fahrzeuge der Feuerwehren nicht mehr bewegen
darf. Deren Kommandanten standen somit zunehmend vor dem Problem, die Einsatzbereitschaft der jeweiligen Feuerwehr
zu gewährleisten, weil ja immer wieder altersbedingt Kameraden ausscheiden.

Damit ein Feuerwehrangehöriger ein Fahrzeug der Feuerwehr bis zu einem Gesamtgewicht von 7,5 Tonnen fahren darf,
muss er die Fahrerlaubnis der Klasse C – Lkw-Führerschein – besitzen.

Die Stadt Schwarzenbach an der Saale hat diesem Erfordernis jetzt Rechnung getragen und ein Feuerwehrfahrzeug zu
einem Fahrschulfahrzeug umgerüstet, mit dem auf einen Schlag elf Feuerwehrangehörige in Zusammenarbeit mit der
Fahrschule Sachs diesen Führerschein erworben haben. Die Kosten wurden geteilt: Die Stadt übernahm die Kosten für
den theoretischen Unterricht und die Prüfungsgebühren sowie die ärztlich notwendig werdenden Untersuchungen, die Kosten
für die Fahrstunden trugen die Feuerwehrdienstleistenden selbst. Außerdem sicherten die Feuerwehrler für weitere zehn Jahre
ihren Dienst in einer der Schwarzenbacher Wehren zu.

Der Schwarzenbacher Bürgermeister Alexander Eberl ist mit der Kompromisslösung außerordentlich zufrieden:
„Wir sind verpflichtet, genügend Feuerwehrler im Dienst zu haben, die ein Fahrzeug führen dürfen. Die Kosten einer
kompletten Führerscheinausbildung auf einem Fremdfahrzeug wären deutlich höher gewesen. So haben wir einmalige
Umrüstkosten des Fahrzeuges in Höhe von rund 7000 Euro.“ Die Dienstleistenden trügen die Kosten für die Fahrstunden selbst.
Da sie jedoch den erworbenen Führerschein privat – auch für berufliche Zwecke – nutzen können, ist dies laut Bürgermeister
Eberl ein fairer Interessensausgleich mit Vorteilen für beide Seiten.

 

 

2008-10-26_CEDas Bild zeigt:
von links: 1. Bürgermeister Alexander Eberl, Feuerwehrsachbearbeiter Bodo Haas, Jörg Frisch, Klaus Frisch,
Mathias Fuchs, Jörg Dieze, Stefan Kohl, Martin Schaller, Sebastian Pahl, Stefan Kuhn, Michael Hort, Patrick Oster,
Bernd Frisch, Fahrleher Stefan Sachs.